Dienstag, 24. November 2015

Portugal 2015 - Wellen, Weihnachten und Weltkulturerbe


Gerade erst habe ich die letzten Sandkörner aus den Zehenzwischenräumen entfernt und schon sitze ich und schreibe den Reisebericht über unsere Rundreise durch Portugal. Die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt, dass mit zunehmender zeitlicher Distanz zur Rückkehr, die Wahrscheinlichkeit abnimmt, dass der Post endlich fertig wird.

Kurzentschlossen buchten wir Flug und Auto, holten Reiseführer aus der Bücherei und dann ging es auch schon los. Naja also fast, nachdem die S-Bahn spontan einen Aussetzr hatte und in der Nacht der Bahnverkehr noch nicht so dicht getaktet ist wie am Tag blieb uns nichts weiter übrig als ein Taxi zum Flughafen zu nehmen.

Wir hatten folgende Route vor uns (postum betrachtet). Rot bedeutet dabei besucht und lila sind die Merkpunkte fürs nächste Mal.
Quelle: google maps
In Lissabon angekommen, nahmen wir den bestellten Kleinwagen in Empfang und düsten nach Sintra, unserer ersten Reisestation westlich von der Hauptstadt.
 
Das Wetter war ein Traum: Sonnenschein ohne Ende und dazu 22 °C. Sintra wartete mit jeder Menge Kultur auf, weswegen wir auch 2 Tage blieben.
Tag 1 nutzen wir um zur portugisischen Variante von Neuschwanstein - Pena zu wandern. Dabei lag die Maurenburg auf dem Weg. Es gibt auch die Möglichkeit sich in einen der Shuttlebusse zu setzen aber da das Wetter passte und wir Lust auf Wandern hatten, entschieden wir uns für den Fußweg.
Bei Pena angekommen entschieden wir uns, für 6,50 Euro den Parkeintritt zu erkaufen. Das hat sich wirklich gelohnt. Es war ein sehr schöner Park.  Hier ein paar Eindrücke:
Am Tag 2 entschieden wir uns für die andere mögliche Wanderroute in Sintra. Diese führte uns entlang einer wenig befahrenen Straße nach Monserrate. Es ist ebenfalls ein Park. Dieser ist jedoch noch schöner als der in Pena und er ist sogar wie ein Botanischer Garten in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Wir waren fast die einzigen Gäste, was den Besuch unglaublich entspannte gestaltete. Zudem hat das Anwesen mit Schloss auch eine interessante Geschichte. Auch hier mussten wir 6,50 Euro Eintritt bezahlen, der sich definitiv gelohnt hat.
 
 
Auf dem Rückweg nach Sintra sind wir noch in den Park und ins Schloss vom Quinta da Regaleira gegangen. Unsere Herbergsmutter empfahl uns ihren Lieblingspark. Es glich irgendwie mehr einem Disney Land. Da hat ich irgendwann ein Reicher eine Traumlandschaft gebaut. Naja. Es war ok. Aber im Vergleich zum Park Monserrate ist es jämmerlich weil auch stark überlaufen.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der National Palace of Sintra. Hier waren wir aber nicht drin. So sieht der Palast von außen aus:

Bekannt ist Portugal für die vielen bunten Fliesen, die uns auch immer wieder auf unserer Reise begeneten.


Tag 3 ging es dann auf Tour. Wir besuchten zunächst den westlichen Punkt des Kontinentes Cabo da Roca. Hier ist es gut, wenn man vor den Reisebeussen mit den Chinesischen Touristen ankommt, sonst läuft man Gefahr, dass einem das Auge mit einen Selfie-Stick ausgestochen wird oder man aus Versehen Opfer einer Pose wird und von der Klippe fällt.
Die nächste Station des Tages war Mafra. Diese Stadt ist durch den riesigen, ehemals königlichen  Klosterpalast bekannt. Diese hatte leider zu. sonst war in den Ort nicht viel los. Im Flyer, den wir in der Touristeninfo bekamen, war die Rede von einem spezielle Brot Pao de Mafra. Dieses kauften wir uns dann direkt in der kleinen Bäckerei gegenüber des Palastes. Dort empfahl man uns dann noch eine kleine Pastaies. Diese verfolgten uns dann auch durch ganz Portugal, so dass ich gefühlt nahe an einer Diabetes vorbeigeschrammt bin. Sie waren aber auch echt lecker. :)
Als nächstes stand die Halbinsel Peniche auf dem Plan. Hier sind unzählige Surfschulen ansässig weil die Brandung lang und flach ist und es unendlich viel Platz an den Stränden gibt.
 
Unser Reiseführer versprach uns 2 km westlich von Peniche Felsnadeln, die aus dem Meer ragen sollten. Am Leuchtturm gab es sowas aber nicht. Die Info ist falsch. Diese Felsnadeln findet man in Baleal wenige Autominuten östlich von Peniche.
Auf dem Weg zum nächsten Hostel machten wir noch einen kurzen Zwischenstop Óbidos. Das ist ein sehr niedliches Örtchen mit vielen Blumen und kleinen Läden. Wegen des hübschen Stadtbildes ist es Nationalmonument. Der Stadtkern ist von einer noch erhaltenen und sogar zu gebehenden Stadtmauer umringt.

Unser Hostel lag in Alcobaca. Diese Stadt ist um eine Zisterzienserabtei gebaut. Diese gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Hier findet man auch die Särge von Pedro und Ines. Die wohl schönste wenn auch tragische Liebesgeschichte Portugals, könnt ihr hier nachlesen.

Am 4. Tag unserer Reise machten wir noch einen kleinen Stadtrundgang bevor es weiter Richtung Norden ging.

Die nächste Station war Nazaré und speziell der Stadtteil Sítio, den wir auch direkt mit dem Auto ansteuerten. Man kann auch von der tiefer liegenden Stadt mit einer Seilbahn hier hoch fahren. Die Aussicht ist wirklich wahnsinnig schön.
Unser persönliches Highlight war allerdings der Nordstrand. Hier sind die Wellen riesig und man findet einige Fotografen am Strand, die die waghalsigen Surfer auf Bild bannen, die sich mutig in die Wellen werfen. Plant genügend Zeit ein, dieses Naturkino ist wirklich faszinierend und ruck zuck sind 2 Stunden vorbei.
Mit leichtem Sonnenbrand und viel Vitamin D erreichten wir Coimbra. In dieser Stadt befindet sich die älteste Universität des Landes. Eigentlich wollten wir hier nur kurz die Bibliothek ansehen und weiterfahren. Aber zunächst waren Parkplätze Mangelware und dann verfügt die Stadt über sehr viel Sehenswertes. Und so steuerten wir zielgerichtet das Hauptgebäude der Universität an, bezahlten Eintritt und stellten uns dann zur letztmöglichen Führung an diesem Tag bei der Bibliothek an.
Sie war ok. Sie war halt alt. Nachhaltig beeindruckt hat sie mich hingegen nicht und Eintritt würde ich dafür auch nicht noch einmal bezahlen. Dieser gilt übrigens nur die die Bibiothek, der Rest ist frei zugänglich. Wir konnten dann von einer Art Balkon diese tollen Panoramafoto schießen.
Abends sind viele alte Gebäude der Uni beleuchtet und es gibt auch noch weitere Kirchen. Also hier ist viel Potenzial zum Besichtigen vorhanden.
Geschlafen haben wir in Praia de Mira.
Den Morgen des 5. Tag nutzten wir um am nahegelegenen Strand entlang zu wandern.
 
 
Anschließend ging es weiter zu Portugals Venedig - Aveiro. Auch hier mussten wir laut letztem Gastvater unbedingt ein Gebäck probieren. Dieses entpuppte sich als eine in oblatenartigem Teig eingewickelte nach Eierlikör schmeckende Masse. :)
Den Teil der Stadt, der Venedig gleichen soll, mussten wir recht lange suchen. Denn der künstliche, betonierte Graben, der die Stadt durchzieht, sieht wenig romantisch aus. Und die mit Motoren angetriebenen Gondeln erledigen den Rest. Aber dann schossen wir das Bild aus dem Reiseführer und alles war gut.
Zudem besichtigten wir noch eine Meersalzproduktionsstätte. Ich glaube, ich werde nie wieder Meersalz kaufen. Das sah alles so gruselig aus. Dabei ist Aveiro ein Zentrum für Salzproduktion.
Man kann die Stadt anfahren, wenn man Zeit hat oder Salz für wenig Geld beim Hersteller kaufen möchte, aber man muss es nicht.
Dann kamen wir endlich nach Porto. Das ist die zweitgrößte Stadt im Land mit einem weitweit bekannten Exportschlager - dem Portwein.
 
 
Tag 6 startete mit einer Schnapsleiche vor unserer Hosteltür. Nachdem ich als erfahrener Ersthelfer den lebendigen Zustand festgestellt habe, ging es in die Stadt. Die ist wirklich von ganz besonderem Charme. Es ist wahrscheinlich die Mischung aus Weltkulturerbe, lauschigen Restaurants und dem heruntergekommene oder besser verfallene Erscheinungsbild mancher Straßenzüge und Häuser. Hier ein paar Eindrücke:
Auch in Porto haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen und die Pastéis de Nata und anderen Süßkram probiert. An jeder Ecke gibt es Bäckereien, die in der Auslage mit kleinen Kalorienbomben werben.


In einer der letzten Ausgabe der Handmade Kultur Zeitschrift wurde kreative Zentrum jenseits der Touristenmagnete westlich der Rua do Almada vorgestellt. Naja, Vintage- an Vintage-Laden kann ich nicht bestätigen. Auch haben wir einige Läden nicht gefunden. Trotzdem war es sehr schön, diesen Teil der Stadt kennenzulernen. Es gab ein kleines Aha-Erlebnis genau wie wir es letztens in Dresden hatten.
Zu guter letzt fanden wir dann noch den berühmten Buchladen mit DER Treppe. Man kommt nur in den Laden, wenn man eine Wertmarke in Höhe von 3 Euro pP erwirbt. Dieser kann dann später durch einen Buchkauf verrechnet werden. Wir hatten Glück, es war nur mäßig voll. Ich möchte diesen niedlichen Laden nicht erleben, wenn ein Bus mit aufgeregten Chinesen davor hält und die alle da rein stürzen.

Man braucht übrigens für Porto, kein Ticket für den ÖPNV wenn man noch gut zu Fuß ist. Wir fanden die Stadtspaziergänge sehr angenehm, endlich hatten wir die Möglichkeit die kleinen süßen Teile abzulaufen.
Am Nachmittag fuhren wir weiter Richtung Norden nach Braga dem portugisischen Rom. Der Volksmund sagt: "in Porto wird geareitet, in Lissabon gelebt und in Braga gebetet." Und zum Beten haben die wirklich viele Möglichkeiten, denn Kirchen gibt es dort wie Sand am Meer. Allerdings waren wir schon recht gesättigt, was Gotteshäuser angeht.
 
Nach dem besten Frühstück im ganzen Urlaub, starteten wir in den Tag 7 unserer Rundreise. Die erste Tagesstation lag unweit von Braga: Die Wallfahrtskirche Bom Jesu do Monte. Es ist eine beachtliche Anlage, die sich uns im besten Sonnenschein präsentierte. 

 
In Guimarães, der Wiege Portugals, fanden wir eine historische Altstadt, die natürlich auch UNESCO Weltkulturerbe ist. Darüber hinaus findet man die Taufstätte des ersten Königs Portugals. Seht selbst:
Auch hier gab es selbstverständlich wieder regionales Gebäck. :)
So gestärkt fuhren wir zu einem echten Highlight unserer Reise. Das Casa do Penedo liegt etwas östlich von Fafe mitten in einem Windpark.
Man könnte meinen, Fred Feuerstein ist nur mal kurz in den Supermarkt gefahren und kommt gleich zurück. Unsere Recherche ergab, dass das Haus im Privatbesitz ist und  bereits 1974 gebaut wurde. Es ist mittlerweile weltweit als eines der coolsten Carmouflage Häuser bekannt. Da es keine Adresse gibt, findet ihr das Häuschen nur über Koordinaten: 41°29'17.7"N 8°04'03.5"W.
In Vila Real haben wir geschlafen. Es fiel auf, dass die Stadt deutlich höher liegt und die Temperatur leider weit entfernt von 22 °C ist. Merkwürdig fand ich, dass die Frau an der Rezeption sich kaum bewegen konnte vor Jacken aber direkt neben sich die Tür zu Hof weit auf stand. Sie berichtete und dann, dass es hier in den Bergen auch richtig kalt werden kann. Richtig kalt bedeutete bei ihr -3°C. :D
Im Zimmer mussten wir dann einige Anstrengungen unternehmen um die Klimaanlage dazu zu bewegen zu heizen.

Tag 8 startete mit Nebel und ungewohnter Kälte.Vila Real sieht bei dem Wetter nicht schön aus und so hofften wir dem Nebel in Dourotal zu entkommen.
In Lamego erahnten wir Sanctuary of Nossa Senhora dos Remédios nur im Nebel. Nüchtern betrachtet sind 10 Tage nur blauer Himmel auch ziemlich langweilig und daher konnten wir dieser mystischen Stimmung durchaus Romantik abgewinnen.
Auf unserem Weg aus dem Nebel ernteten wir zahlreiche Kaki-Früchte am Wegesrand. Die leider noch immer auf die endgültige Reife warten. Aus dem Vorhaben, im Dourotal zu wandern wurde leider nichts, und so fuhren wir Landstraße und genossen die Landschaft, die nur sehr langsam ihren Nebelschleier ablegte.
Unterwegs entdeckten wir eine römische Brücke und sogar ein portugisisches Steingrab.
In Viseu soll laut einer Umfrage aus dem Jahr 2008 die beste Lebensqualität des Landes herrschen, daher war das gebau der richtige Ort zum Schlafen. Die Sehenswürdigkeiten reihten sich nahtlos in unsere bisher bereits besichtigten Kirchen ein.
Wir haben uns auch hier von der Auslage einer Bäckerei verführen lassen und kauften 2 Schweineohren. Diese entpuppten sich aber als staubtrockenes Weißbrot mit Zuckerglasur. Puuhh ich wäre fast erstickt.
 
Am 9. Tag hieß unser Tagesziel Lissabon. Unser Weg führte über Landstraßen durch die wunderschöne Serra da Estrela hinaus zum höchsten Berg des portugisischen Festlandes dem Torre (1991 m). Unterwegs hatten wir etliche schöne Aussichten und oben war es sonnig und still. Wir hörte nichts, wirklich nichts.
Auch die schönste Panoramastraße endet irgendwann auf einer Autobahn, die nach Lissabon führt. Somit war der Urlaub in den letzten Zügen und wir freuten uns auf den kommenden krönenden Abschluss. Lissabon ist im Feierabendverkehr wirklich voll und sehr hässlich zu fahren, von der Parkplatzsuche fange ich gar nicht erst an.
Tag 10 stand dann ganz im Zeichen der portugisischen Hauptstadt: Kirchen, Straßenbahnen und schöne Aussichten.
 
 
 
Auch wenn es sich um eine schöne Stadt handelt, so richtig hat sie sich nicht in mein Herz gearbeitet. Zumal ich den ganzen Tag nicht herusfinden konnte welche denn DIE Sehenswürdigkeit ist.
Da es straff auf Weihnachten zugeht, standen überall die Maronenverkäufer. Auch ich bin schwach geworden und habe mich nach einem enttäuschenden Versuch auf einem deutschen Weihnachtsmarkt mal wieder ran getraut. Mag es am Urlaub liegen, aber sie waren viel besser als bei uns.
Tag 12 und somit der letzte Tag unseren Urlaubes brachte mir hinsichtlich der Highlightfrage ein ganzes Stück weiter. Wir besuchten das Ozeaneum. Dieses ist das zweitgrößte der Welt und das größte in Europa. Karten gibt es für ca. 15 Euro online mit 10 % Rabatt. Mit einem klaren Ziel vor Augen marschierten wir direkt zum großen Becken und das Highlight Lissabons ließ uns nicht lange warten.
Für alle Unwissende, die ihn noch nicht kennen sollten. Das ist Molamola oder auch Mondfisch genannt. Und ich bin wohl sein größter Fan. Es ist ein sagenhafter Fisch: der größte Knochenfisch kann bis zu 3 Meter lang und 2 Tonnen schwer werden und trotzdem schwebt er wie eine riesige Wasserlinse, wunderlich schauend, elegant durchs Wasser oder sonnt sich liegend an der Wasseroberfläche. Weil ein Mondfisch alleine nur halb so schön wäre gibt es sogar noch einen zweiten. :)
Die ganze Anlage war toll gestaltet. Alle Ozeane fanden sich mit ihren Eigenheiten wieder. Es ganz viele große aber auch kleine Wasserbewohner zu bestaunen. Gut gefiel mir auch, dass man durch die oft fehlenden Bezeichnung nicht geneigt war, sich alle Namen zu merken. Und so konnte ich mich ungestört auf die teils wundersam anmutenden Geschöpfe konzentrieren.
 
 
 
 
Die Sonderausstellung hatte Unter-Wasser-Wälder zum Thema und war ein riesiges Aquarium.
Bedingt durch die Nebensainson war das Ozeaneum schön leer. Wir mussten nur selten an einem Fenster anstehen und konnten die Fische in aller Ruhe betrachten. Nach 3 Stunden landeten wir im Shop und waren entsetzt, dass dieses ganze Zeug, welches es dort zu kaufen war aus Plastik bestand. In der Ausstellung waren sie noch vor den Gefahren des ganzen Mülls im Meer und dass wir doch unser Verhalten ändern sollen und sobald es ums Geld geht, ist die Moral ganz weit im offenen Meer untergetaucht. Dazu sagen wir nur PFUI!

Den Sonnenuntergang wollten wir am anderen Ende der Stadt sehen und so sezten wir uns in den Bus und fuhren 45 Minuten  nach Belém. Dass die Reise sich gelohnt hat, seht ihr hier:
 
 
In Belém gibt es natürlich auch eigene Pasteis. In der Pasteis de Belém.Diese gibt es schon eine halbe Ewigkeit (seit 1837) und sie scheint der Anlaufpunkt zu sein wenn es um eine köstliche kleine Kalorienbomben geht.
Wir hatten nun schon wirklich viele verschiedene Küchlein probiert aber die waren mit Abstand die besten. Schon allein das Ambiente in der Bäckerei. Man musste an der Theke bestellen und dann stellten wir uns bei der Ausgabe an. Der Einpacker machte ein regelrechtes Zerimoniell daraus. 2 Küchlein in die Tüte, falten, dann das Päckchen Zimt und den Puderzucker dran geklemmt und zu guter letzt noch einen Aufkleber drauf. In etwa einem Viertel der Zeit, die die Teilchen eingepackt wurden, haben wir sie aufgerissen. Sie waren noch warm! Mehr muss ich dazu nicht sagen. Probiert es unbedingt aus!
Das war unser letzter Abend in Lissabon. Gefühlt mitten in der Nacht ging dann der Flieger Richtung Heimat. Unser großartiges Hostel lag praktisch neben dem Flughafen und so konnten wir in 20 Minuten zum Flughafen laufen.
 
Fazit zum Urlaub:
Es war eine tolle Zeit! Portugal im November ist ein echter Geheimtipp. Die Unterkünfte sind leer und alle Sehenswürdigeiten erfordern keine Wartezeit. Zudem ist Portugal ein preiswertes Reiseland und die Menschen sind freundlich und hilfsbereit. Vielleicht mag man irgendwann keine Kirchen mehr sehen, aber für diesen Fall bietet z.B. die Serra Estrela eine tolle Alternative. Auch der Nationalpark im Norden lädt zum Wandern ein. Und überhaupt entdeckten wir auf unserer Reise noch etliche Punkte, die wir das nächste Mal einbeziehen werden. Die Städte sind ehrer ungeeignet für Menschen mit Hüftschaden und neuem Kniegelenk, da sie stark bergig sind und will man auch nur ein wenig in die Nebenstraßen eintauchen braucht man schon ein wenig Fitness. Für alle, die jetzt enttäuscht sind, gibts ja immer noch die Öffis und das Naturkino am Strand. Also nichts wie ab nach Portugal!

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Sonntag, 22. November 2015

Fazit zum Jarlsberg-Käse-Test

Wie ich bereits hier geschrieben hatte, durfte ich bei den GenussExperten den norwegischen  Jarlsberg-Käse testen.
Im Testpaket befanden sich 2,77 kg Käse. Wir waren so euphorisch, dass wir vor Schreck gar nicht wussten, wohin mit dem schmackhaften Milchprodukt. So wurden Teilstücke verschenkt und der Rest wurde wohl protioniert in einer Dose im Kühlschrank aufbewahrt. Und nun ist das eingetreten, was wir nie für möglich gehalten haben: Die 2,77 kg Käse sind weg. Ja, wo sind sie denn hin? Aufgegessen natürlich! :)
Nun zum Fazit des Testes: 
Der Käse ist wirklich sehr lecker und den direkten Vergleich zu unserem All Time Favourit Emmentaler hat er klar gewonnen. Der Käse schmeckt prima auf Brot aber auch ohne. Wir haben ihn auch zum Überbacken verwendet. Im vergangenen Post berichtete ich bereits von der überbackenen Rote Beete und nun noch ein Foto vom überbackenen Ofenkürbis.

Dazu schneidet ihr den Kürbis (in dem Fall war es ein Hokkaido) in kleine Stücke, würzt das mit Olivenöl, Pfeffer, Salz und Thymian (alternativ Kräutersalz). Das ganze kommt dann für ca. 20 Minuten bei 180 °C in den Ofen. Das allein schmeckt schon großartig. ihr könnt es nun aber noch verfeinern und etwas gehaltvoller gestalten indem ihr nach der Hälfte der Garzeit Käse über den Stückchen verteilt und lasst ihn schmelzen lasst. Ob mit oder ohne Käse, achtet darauf, dass der Kürbis nicht zu weich wird. Danach müsst ihr euch nur noch etwas gedulden, denn sonst habt ihr Brandblasen auf der Zunge. :)

Fazit des Testes: 
Ich bin geschmacklich überzeugt. Die Verwendungsmöglichkeiten sind genau so vielfältig wie bei jedem anderen Käe auch. Negativ finde ich diesen Überzug aus Plastik. Das hat nichts am Käse zu suchen. Entweder ich schneide diesen großzügig weg und damit gleich auch einen Teil des Käses oder ich ziehe diesen Überzug wie eine Schale ab, da blieb aber immer das ungute Gefühl Plastik mit zu essen. Das ist der einzige Kritikpunkt. Um die Feedbackregeln einzuhalten, ende ich positiv: Alles in allem ein sehr leckerer Käse!
Danke an die GenussExperten, dass ich dabei sein konnte! Die testergemeinde ist sich im Übrigen auch einig darüber, dass der Käse super ist.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Pullover oder nicht Pullover, das ist hier die Frage

Jetzt hat es mich gepackt. Das Nähfieber. Ich kann tatsächlich Pullover* nähen, die gut aussehen und passen. Motiviert von letzter Woche, suchte ich den nächstgelegenen Stoffladen auf und kaufte ein: 2 m Baumwollsweat, 30 cm Feincorn und 50 cm Bündchenstoff. Innerhalb eines Abends und dank der sehr guten Anleitung zu Mrs. Klassik war er fertig: Mein neuster Pullover*. Da ich keine Paspel in passender Farbe zuhause hatte, hab ich aus dicker Juteschnur für den Garten und Feincorn mir selbst eine gebastelt.
Der Pullover sieht etwas zerknautscht aus, weil ich ihn schon voller Stolz ausgeführt habe. ;)
 
  
*Ich erntete von der geschätzten, älteren Generation die spöttische Nachfrage, wie ich denn einen Pullover nähen könnte. Sowas wird doch gestrickt. Ja, da haben sie recht. Aber auch nach langem gemeinsamen Kopfzerbrechen fiel mir keine deutsche Begrifflichkeit ein, die das beschreibt, was ich genäht habe, wenn Pullover nicht korrekt ist. Hoodie wird auf vielen Blogs dazu gesagt aber meine Oma trug doch damals keinen Hoodie. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass es sich hier um einen Pullover handelt. Fällt Euch ein wie man sowas nennt?
Mit dieser Frage und meinem neuen Kleidungsstück mache ich auch wieder beim MMM und Afterworksewing mit. Dieses Mal sogar mit Fotos am lebenden Objekt. :)

Dienstag, 27. Oktober 2015

Wie ein Teil zum anderen

2 wunderbare Menschen haben sich vor einigen Wochen das Ja-Wort gegeben. Diesem Ereignis wollte ich mit einem besonderen Geschenk Rechnung tragen. Ich entschied mich für 2 Puzzle-Kissen mit gehäkelten roten Schleifen.  Die Idee habe ich hier her.
Ansich war das Umsetzen nicht schwer, nur die Umrandung festzunähen erwies sich als wahres Geduldspiel. Eine prima Anleitung zum Schleifenhäkeln fand ich hier. Ich habe die Minischleifen mit dicker Wolle gehäkelt. Damit waren sie dann nicht mehr ganz so mini.
Alles in allem bin ich recht zufrieden mit dem Ergebnis. Dann steht kuschligen Stunden auf der Couch nun nichts mehr im Weg.
Mit diesem Post, mache ich beim Creadienstag mit.



Montag, 26. Oktober 2015

Ein Laib Käse und Rote Beete

Quelle: Genussexperten
Es hat ganz schön gedauert, bis es wieder soweit war und ich Glück hatte unter die Ausgewählten zu fallen. Nun hat es bei den GenussExperten geklappt.

Es dreht sich in diesem Test alles um Käse, um Jarlsberg Großlochkäse aus Norwegen. Es ist ein sehr schmackhafter Schnittkäse, der sowohl einfach so, aufs Brot aber auch zum Kochen genommen werden kann.
 Das Bild zeigt den Inhalt des Testpakes. Enthalten waren:
  • 1/4 Laib
  • Schürze
  • Käsehobel
  • Rezeptheft
  • Kühltasche
  • 2 Zeitschriften Meine Familie & ich 
Leider ist der Käse mit Kunststoff überzogen. Das finde ich nicht so lecker. hoffentlich merken das noch mehr Tester als Manko an, dass bald eine natürliche Lösung dafür gefunden wird.

Passend zur Jahreszeit haben wir gleich ein herbstliches Gericht mit dem Käse verfeinert: Überbackene Rote Beete. Dieses Rezept habe ich aus der Zeitschrift Meine gute Landküche September/Oktober 2014.
Zutaten:
  • 12 gegarte Rote Beeten (wir kaufen frische und garen die im Schnellkochtopf)
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • Vollkorntoast (wir nehmen Semmelbrösl)
  • 150 g Höhlenkäse (in dem Fall natürlich Jarlsberg)
  • 50 g getrocknete Tomaten in Öl
  • Thymian
  • 50 g weiche Butter
  • Salz Pfeffer
Die Beeten halbieren und dann aushöhlen. Alle Zutaten ggf. zerklinern und dann miteinander vermengen.  Das kommt dann zurück in die ausgehölten Halbkugeln und wandert mit Käse bedeckt für ca. 20 Minuten bei 200 °C in den Ofen.
Fertig sieht es dann in etwa so aus. Die Schmackhaftigkeit kommt bei dem Bild nicht so rüber. Daher probiert es einfach aus und lasst euch überraschen. Für alle, die den erdigen Geschmack fürchten, kann ich Entwarnung geben. Die sind nicht erdig sondern eher süß. Gebt den Kugeln eine Chance und lasst euch überzeugen.
Solltet ihr noch nicht restlos überzeugt sein, dann findet ihr hier noch weitere Infos rund um die kleinen runden roten Runkelrüben.

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Miro für mich

Ich spare mir jeglichen Kommentar zum Wetter. Nur so viel, es inspiriert zum Drinnenbleiben. Weil ich gerade bei Inspiration bin: Meine Kollegin ist ein wahre Quelle von erfolgreichen Nähprojekten. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis wir uns gemeinsam gemütlich machen.
Nun brauchte ich nur noch ein Schnittmuster, was einfach war aber doch toll aussieht. Die Wahl fiel auf Miro. Am Ende war es eine gute Wahl.
Hier das Ergebnis auf das ich mächtig stolz bin:
Die Idee für den Wickelkragen haben wir hier gefunden. Das Prinzip ist wie beim Schalkragen mit dem Ergebnis, dass der Kragen oben gerade endet. Man kann ihn nun umklappen wie auf dem Bild oder auch aufstellen.

Fazit: Es ist ein einfacher Schnitt der durch die Variationen einfach bis raffiniert gestaltet werden kann. Mir ist der Fehler unterlaufen, dass ich zwei linke Ärmel zugeschnitten habe. Also achtet darauf, das Muster zu wenden. Mit der Overlock war der Pullover innerhalb weniger Stunden fertig.

Weil ich so stolz bin, ist das mein erster Beitrag zum MMM und zum After Work Sewing.

Update:
Nun hat es die Sinne tatsächlich geschafft die Wolken zur Seite zu schieben. Daher hier nun frische Fotos am lebenden Objekt:

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Dienstag, 20. Oktober 2015

Dresden mal anders schön

Nachdem die Gartenzeit nun definitiv vorbei ist und mein Warten auf einen sonnigen und warmen Herbst bisher bitter enttäuscht wurde, nutze ich die nun gewonnene Zeit, um von unserem Besuch in Dresden zu berichten. Dank eines Groupon-Gutscheins für das Hotel Heidenschanze waren wir das Wochenende um den 12. September dort.
Der letzte Dresden-Besuch liegt schon etwas zurück. Im Oktober 2011 wohnten wir in Moritzburg. Hier ein paar Eindrücke unseres damaligen Ausfluges:

Unten links: Kosel-Blick, Unten rechts Where the Hell is Matt war in Dresden und wir Teil des Flashmobs.
 
Dieses Mal wohnten wir in der Stadt. Das Hotel war einfach und erinnerte mich am Anfang an einen Konsumbau. Dabei mutete der Flachbau einfach sehr ostalgisch an. Den Abend hatten wir etwas Besonders geplant. Das Restaurant Schwerelos war eine Last-Minute-Empfehlung eines Kollegen. So spazierten wir in aller Ruhe die 5 Kilometer zum Hauptbahnhof, um dann Pünktlich um 20:00 Uhr an einem großen, runden Tisch Platz zu nehmen. Ich war zu Beginn etwas irritiert, dass wir mit anderen Gästen in mehr oder weniger lustiger Runde saßen und aufs Essen warteten. Entsprechend dem Namen kamen die Speisen und auch die Getränke quasi schwerelos auf Schienen zu uns an den Tisch. Ein Glück war das Schnitzel schon tot, denn ich glaube Schweine mögen keine Achterbahn. Ich hatte eine Backkartoffel. Die Quarkkeulchen waren eine Enttäuschung und wir ärgerten uns, dass wir unbedingt noch einen Nachtisch wollten. Insgesamt war das Essen aber ok. Es geht hier auch viel mehr um das Erlebnis als um gutes Essen.
Samstag hatten wir viel vor und daher gönnten wir uns eine Tageskarte für den ÖPNV. Die Zeitschrift Sehnsucht Deutschland hatte ein Dresden Spezial und daher zog es uns dieses Mal auf die andere Seite der Elbe. Hier gab es u.a. die Pfunds Molkerei, daneben einen echten Bürstenmacher und einen Senfladen zu entdecken.

 
Zudem habe ich gefühlt den ganzen Tranquillo leergekauft. Diesen Laden kannte ich vorher gar nicht, aber wer auf farbenfrohe Kleidung steht, sollte hier unbedingt mal reinschauen. Ansonsten bietet die Neustadt ein schönes, etwas alternatives Ambiente zum Einkaufen. Zumal es hier Läden fern ab der bekannten Ketten gibt.
Yednize, der jüdische Friedhof und ein Bad im Jugendstil rundeten das Sightseeing ab. Gestärkt haben wir uns zwischenzeitlich mit einem wirklich RIESIGEM Softeis im Cafe Neustadt.
Als die Sonne langsam anfing an Feierabend zu denken, entschieden wir uns für den Biergarten des Brauhauses am Waldschlösschen. Mit Blick auf die Elbe und auf die Altstadt, die sich langsam in ein Abendrot getaucht wurde, tranken wir ein hausgebrautes Bier und aßen eine noch warme Brezel mit Butter. Freunde, was soll ich sagen. Das war genau so schön und romantisch - fast etwas kitschig - wie ich es hier beschreibe. Die Bezel war die beste, die ich je gegessen habe.
Mir fällt auf, dass ich noch gar nichts zum Frühstück geschrieben habe. So überrascht wie ich von der Brezel war, so enttäuscht war ich von dem Frühstück: Es roch am Freitagabend im Restaurant nach Kuchen. So erlag ich der Annhme, dass es frischen Kuchen zum Frühstück gibt. Nein, sowohl Samstag als auch Sonntag gab es nichts gebackenes. Im Gegenteil, ein Gast fand wohl schimmliges Brot. Aber anstatt es der Angestellten zu sagen, murmelte sie es nur vor sich hin, regte sich bei ihrem Mann auf aber mehr nicht. Die Auswahl war überschaubar. Damit ist auch schon alles gesagt. :)


Sonntag zog es uns bei bestem Sonnenschein noch einmal in die Neustadt zu einem Eis und durch Zufall entdeckten wir dass die Martin-Luther-Kirche den Turm geöffnet und sogar ein Turmcafe direkt neben dem Uhrwerk eingerichtet hatte. Der Aufstieg war lang und der Weg eng. Aber der Ausblick entschädigte für die Anstrengungen.
Auf dem Weg herunter lud man uns gegen eine Spende ins Cafe ein. Dort gab es endlich den selbst gebackenen Kuchen. An der Stelle noch einmal ein goßes Kompliment an das Team.

Die Überreste des Gasometer haben wir auch noch mitgenommen.
Fazit:
Dresden ist eine wunderbare Stadt. Sie bietet sowohl den Trubel mit unzähigen Touris aber auch die urbane Abgeschiedenheit und die vielfältige natur und Ausflugsmöglichkeiten im nahen Umland. Ich würde jederzeit wieder in die Stadt fahren. Wie der Besuch jetzt zeigte, gibt es immer etwas zu entdecken auch wenn man Hilfsmittel wie Reisezeitungen zu hilfe ziehen muss. Ohne die wären wir nicht auf die Neustadt gekommen.
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